Erklärung der Blog-Pause, Einfütterung im Herbst und: Der Winter, der keiner ist

Dies ist der erste Blogbeitrag seit 5 Monaten. Ich staune selbst gerade.. Warum es nicht schon früher einen neuen Beitrag gab?

Ehrlich gesagt war ich im Spätsommer etwas verunsichert. Ich hatte zunächst in einem Volk, nachher noch in den beiden anderen „verwandten“ Völkern Kalkbrut entdeckt. Kalkbrut ist eine weit verbreitete aber normalerweise nicht verheerende Krankheit, bei der sich die Sporen eines Pilzes so weit ausbreiten, dass sie Bienenbrut befallen. Dies führt meist dazu, dass sich die Bienenlarven nicht weiter entwickeln und schließlich sterben. Die Überreste der Bienenlarven sehen dann aus wie schwarz-weiße Mumien und werden je nach Putztrieb der Bienen aus der Beute geworfen bzw. liegen auf dem Anflugbrett.

Zunächst hatte ich die Krankheit bei Volk 4, meinem letzten Ableger, entdeckt. Später sah ich, dass auch die anderen beiden Völker, 1 & 2, etwas befallen waren. Als Ursachen für Kalkbrut werden vor allem ein feuchter Standort und mangelhafter Putztrieb der Bienen angesehen. Dass der Standort feucht ist, glaube ich eigentlich nicht, da die Beuten an einem Hang und nicht in einer Senke stehen. Dass es mit dem Putztrieb zu tun hat, glaube ich schon eher, vor allem da alle verwandten Völker betroffen waren, während das gekaufte Volk Nr. 3 verschont blieb.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass diese Krankheit nicht so weit ausgebrochen war, dass sie die Völker ernsthaft bedroht wären. Deshalb habe ich im Endeffekt auch nichts unternommen. Eine Option, zu der mir die meisten Imker geraten haben, war, die Königinnen auszutauschen. Dies war mir ehrlich gesagt zu teuer gewesen mit ca. 40-80 € pro Königin. Die Anschaffung der Beuten und weiteren Grundausrüstung waren schon teuer genug.

Im Herbst ging es dann daran, die Völker einzufüttern, d.h. ihnen genug Zuckersirup zu verabreichen, dass sie damit durch den Winter kommen. Ich habe zunächst Fertigsirup aus Weizen verabreicht (von bienenland.de), später dann eine Eigenmischung aus Zucker und Wasser (2 Teile Zucker, ein Teil Wasser). Ich hatte den Aufwand und die Menge des Futters etwas unterschätzt, so dass ich mich nachher ziemlich mit dem Füttern beeilen musste, denn die Temperaturen nahmen schon ab und die Bienen nehmen ca. unter 15 °C kein Flüssigfutter mehr ab. Ich habe meine Einfütterung am 25.10. abgeschlossen. Man sagt, dass das Gesamtgewicht einer Dadant-Beute nach der Einfütterung bei 40-45 kg liegen sollte. Die Völker 1, 2 und 3 lagen bei etwa 40 kg und Volk 4 bei etwa 35 kg. Ich habe das Gewicht heute kontrolliert und werde dies im Januar und Februar nochmal wiederholen.

Nun zum Winter, der keiner ist. Diese unwirklichen hohen Temperaturen, die die Pflanzen schon wieder austreiben lassen, sind für die Bienen in mehrfacher Hinsicht nachteilig. Zum einen sind die Bienen bei den Temperaturen sehr aktiv, fliegen aus, um Pollen zu sammeln (den sie auch tatsächlich finden!) und verbrauchen dabei viel Futtervorrat. Zum anderen legen die Bienen keine wirkliche Brutpause ein und verbrauchen durch das Brüten viel Energie, also Futter. Außerdem kommt erschwerend hinzu, dass auch die Varroamilbe sich weiter vermehren kann, solange gebrütet wird. Dies kann dazu führen, dass der sogenannte Varroadruck schnell wächst, d.h. dass die Milbenpopulation im Vergleich zur Bienenpopulation größer wird, was dazu führen kann, dass das Volk zu sehr geschwächt wird und zusammenbricht. Um dies zu verhindern, wird zwar im Winter eine weitere Behandlung gegen die Varroa durchgeführt, jedoch kann auch diese Behandlung mit Oxalsäure  nur dann funktionieren, wenn Brutfreiheit herrscht. Alternativ kann man die Bienen bei warmen Temperaturen mit Milchsäure besprühen, jedoch wirkt auch diese nicht in die Brut hinein.

Ich werde meine Völker morgen in den Morgenstunden mit Oxalsäure beträufeln. Ich hoffe, dass die Bienen zu der Zeit aufgrund der kalten Nachttemperaturen noch eng zusammensitzen und ich somit die meisten mit der Beträufelung erwische. Bei den Völkern 1, 2 und 4 mache ich mir bezüglich der Varoamilbe wenig Sorgen, eher jedoch bei Volk 3. Dieses zeigte sich bei der letzten Kontrolle nach der Ameisensäurebehandlung als relativ stark befallen.

Hier noch ein paar Bilder von den Völkern – ich habe nur den Deckel abgenommen, nicht aber die Folie. Dadurch werden die Bienen so gut wie nicht gestört. Wie man sieht habe ich auch eine Wetterstation angebracht, die mir die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit anzeigt. So kann ich bei meinen Aufzeichnungen zu den Völkern auch immer diese Werte mit angeben.