Erster Ableger „zu Hause“ und zwei weitere Ableger

Ihr lieben, in letzter Zeit ist so viel passiert, dass ich kaum mit dem Schreiben hinterher komme. Aber eins nach dem anderen.

Genau 4 Wochen nach Bildung meines ersten Ablegers habe ich ihn von Florians Stand wieder „nach Hause“ geholt. Dieser Ableger sollte sich selbst eine neue Königin heranziehen. Die erste Durchsicht brachte mir ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: die neue Königin war da und gut in der Eilage! Das heißt alles ist gut gegangen und ich habe bald ein zweites vollwertiges und hoffentlich starkes Volk – es sieht vielversprechend aus.

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Aus dieser Weiselzelle ist vermutlich die Königin geschlüpft!
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Da läuft sie herum und bestiftet brav die Zellen.

Bei einer zweiten Durchschau mit Gerald und einem Imkerkollegen aus dem Verein Unkel-Linz haben wir im Ableger dann noch eine Pollenwabe („Pollenbrett“, welches im Volk wie ein Schied wirken kann und somit unnötig einengt) hinter das Schied gehangen, also außerhalb der besetzten Waben. Dieses soll in ein paar Tagen abgestoßen werden (letzte aufsitzende Bienen ins Volk „schütten“). Das selbe hatte ich vor einigen Tagen bereits beim Volk gemacht:

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Volk 1 vor Entnahme des Pollenbretts…
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… und danach. Sie wurde durch eine neue Mittelwand ersetzt.

Dieses Pollenbrett war gestern immer noch stark besetzt; den Nektar hatten sie aber schon umgetragen. Bei der Durchsicht mit Gerald habe ich das Pollenbrett dann abgestoßen und die Wabe entnommen.

Als weitere große Neuigkeit haben Olaf und ich einen zweiten Bock für zwei weitere Beuten gebaut.

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Der linke Platz ist seit gestern Abend bereits mit einem zugekauften Ableger vom Züchter Van den Bongard (bienenland.de) belegt. Die vier Waben hat Manfred mir vom Züchter mitgebracht. Sie kamen in einem mit einem feinen Gitter verschlossenen Karton an. Da es schon dunkel wurde, musste die Umsiedelung leider sehr schnell gehen – und die Damen waren nach der langen Reise und dem vielen Stress auch nicht gerade zu einem Plausch aufgelegt. Angetackertes Gitter und den Karton mit der Zange abziehen, Waben von einander lösen und im Block, d.h. ohne Änderung der Positionen zu einander, rüber in die neue Beute setzen. Es war eine ziemliche Aufregung bei den Bienen und sie waren ziemlich stechlustig. Das kann ich nach diesen ganzen Strapazen auch verstehen. Mein Anzug und meine Hose waren voller Bienen und nach dem Verschließen der Beute versuchte ich sie auf das Anflugbrett zu kehren. Sie wissen ja sonst nicht, wohin sie fliegen sollen. Einen Stich habe ich mit am Handballen eingefangen – dort reagiere ich zum Glück kaum darauf, wie ich schon bei der anderen Hand festgestellt habe.
Eine neue Mittelwand auf der Seite des Schieds habe ich schon hinzugegeben, evtl. setze ich noch eine auf der anderen Seite dazu. Die Königin habe ich nicht gesehen, habe aber auch nicht nach ihr gesucht. Ich hoffe, dass alles gut gegangen ist. Diesen Ableger werde ich mit der Futtertasche füttern – wie, das muss ich noch entscheiden (welches Futter, wie oft, wie viel..). Da habe ich ja noch keine Erfahrung.

Der zugekaufte Ableger vor dem Umsetzen.
Der zugekaufte Ableger vor dem Umsetzen.

Der vierte (und erst mal letzte!) Platz wird noch von einem weiteres Ableger belegt, den ich gestern von meinem ersten Volk gemacht habe. Auf Geralds Rat hin habe ich diesen Ableger gemacht, um dem ersten Volk „den Druck zu nehmen“, denn es saß auf 8 Waben + 2 Honigräumen und hatte immer noch sehr viel verdeckelte Brut. Da die neuen Bienen auch noch nichts zum Honigertrag beitragen, weil sie erst zu späterer Lebenszeit zu Flugbienen werden, gibt es in der Hinsicht auch keine Bedenken.
Ich habe also zwei Brutwaben entnommen, davon eine mit frischen Eiern, und eine Futterwabe mit viel Pollen. Dazu eine Mittelwand, eine Futtertasche und ab in eine Ablegerbox, die damit auch komplett gefüllt war.

Das Volk nach dem "Schröpfen" - mit zwei neuen Mittelwänden.
Das Volk nach dem „Schröpfen“ – mit zwei neuen Mittelwänden.

Diesen Ableger werde ich auch füttern. Ich habe ihn temporär zu einem Imker aus dem Verein gebracht und werde auch hier die Königin selbst ziehen lassen. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass meine Buckfast-Königin von Carnica-Drohnen aus der Region begattet wird und es so zu einem Mischvolk kommt. Wir werden sehen.

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Von oben nach unten: Brut, Brut mit Drohnen, Mittelwand, Futter-/Pollenwabe, Futtertasche (mit einem Klecks Futterteig)
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Der Ableger am temporären Standort, ca. 3 km entfernt. Das Flugloch habe ich auf der Seite des Futters mit Schaumstoffstreifen stark eingeengt.

Die ersten 10 kg Honig

Meine erste Honigernte war erfolgreich! Hier könnt ihr lesen, wie ich die Ernte vorbereitet habe.

Da ich selbstverständlich alles dokumentiert habe lasse ich einfach mal die Bilder sprechen.

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24 Stunden nach Einlegen der Bienenflucht ist der Honigraum fast bienenfrei (bis auf ca. 6) – ab in die Schubkarre und Bienenflucht als Deckel verwenden
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Letzte Bienen unter der Bienenflucht (sie liegt falsch herum) werden abgekehrt.
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Ich durfte glücklicherweise bei einer Bekannten schleudern, da ich noch keine eigene Schleuder besitze. Erst mal entdeckeln.
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Immer schön auf die Hygiene achten
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Es wurde höchste Zeit zum Schleudern – der erste Honig ist schon in den Zellen kristallisiert und bleibt beim Schleudern in den Zellen „stehen“.
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Hinein in die Schleuder – gleich schwere Waben werden gegenüber eingelegt.
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Fertig zum Schleudern
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Bei 30% Schleuderkraft beginnen, dann 60%, dann 100% – jeweils in beide Drehrichtungen.
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Unten steht schon der Eimer mit Doppelsieb bereit zum Aufnehmen und erstem Sieben des Honigs
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Diese Wabe ist noch verdeckelt – aber nicht mehr lange.
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Am Boden sammelt sich bereits der Honig.
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Der spannendste Moment: Das Auslassen des Honigs.

Diesen Moment habe ich auf Video festgehalten:

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So soll es sein
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So sieht der Honig nach 3 Tagen Rühren aus – wundervoll cremiger Rapshonig – und lecker ist er auch!

Meine erste Honigernte steht bevor

Im Einzugsgebiet meiner Bienen gibt es mehrere Rapsfelder. Da ich Rapshonig gerne mag, finde ich das natürlich super! Kürzlich habe ich jedoch auf der Webseite der Imkerei Gerdes gelesen, dass Honig mit einem hohen Rapsanteil vergleichsweise früh in den Waben kristallisieren und dann nicht mehr ausgeschleudert werden kann:

Nach dem Ende der Frühtracht, bei uns mit dem Abblühen der Rapsfelder, muss der eingetragene Honig geschleudert werden. Wartet man damit zu lange kann der Honig auf Grund des hohen Traubenzucker Anteils bereits in den Waben kandieren. Waben mit kandiertem Honig müssen von den Bienen wieder ausgefressen werden.

Also heißt es für mich, doch nicht erst im Juli den ersten Honig zu ernten, sondern schon früher, und zwar so schnell wie möglich!

Zum Glück bin ich durch den Jungimkerkurs schon ganz gut mit anderen Imkern vernetzt und so habe ich also morgen einen Termin bei einer netten Imkerkollegin, die mir ihre Schleuder zur Verfügung stellt.

Die sogenannte Bienenflucht habe ich heute Vormittag schon unter den Honigraum gesetzt (erkennbar als heller Holzeinsatz im Bild unten). Eine Bienenflucht ist im Prinzip so etwas wie eine Drehtür, die nur in eine Richtung dreht: die Bienen können nur von einem Raum in den anderen, nicht mehr zurück.

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Mein Volk mit (noch) zwei Honigräumen und eingesetzter Bienenflucht

Ein kurzes Video vom Honigraum, den ich morgen ernten werde:

Ein Honigbuch zur Dokumentation habe ich nach den Vorlagen vom Onlinekurs von die-honigmacher.de bereits angelegt. Dort halte ich tabellarisch die Honigernten, das Schleudern sowie Abfüllen und Etikettieren der einzelnen Chargen fest. So ist später für jedes Honigglas nachvollziehbar, wann es abgefüllt wurde, wann der Honig geerntet und wann er geschleudert wurde. Ich nutze hierzu Google Drive, damit ich überall jederzeit darauf Zugriff habe.

Hier die Vorlage:

https://docs.google.com/spreadsheets/d/1XjFHi4-5vfsbYLZ3zUqUS5Ta0_IOE180y_pdz3TMbMg/edit?usp=sharing

Derweil tragen die Damen bei 25 °C besonders fleißig Pollen und Nektar ein

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Kamera vors Einflugloch gehalten (leider unscharf)