Zum ersten Mal Waben ziehen

Gestern hatte ich bereits einen Versuch unternommen, mir die Waben meines Volks endlich genauer anzuschauen und auch „Waben zu ziehen“ wie man so schön sagt. Leider war es schon etwas später (18:30), nicht besonders warm (ca. 12 Grad) und ich war noch nicht perfekt vorbereitet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich an Schutzkleidung außer meinem Schleier etwas benötige, aber das sah vor Ort dann doch anders aus.. Nachdem ich das Volk geöffnet hatte und drauf und dran war, Waben zu ziehen, wurden die Bienen recht aufbrausend. In meiner wenigen Schutzkleidung fühlte ich mich plötzlich nicht mehr so sicher. Außerdem hatte ich den Smoker nicht so richtig „anbekommen“, so dass er nur kurz Rauch gab und nur wenige Bienen beruhigen konnte.

(Kleiner Exkurs:) Ein Smoker funktioniert ja so, dass man ordentlich Rauch auf die Bienen gibt. Das gaukelt den Bienen vor, dass der Wald (oder die Umgebung) brennt, so dass sie sich bereit machen, zu flüchten. Hierzu schlagen sie sich mit Honig vor, um sich auf längere Flugzeiten einzustellen. Das wiederum macht die Bienen träge und somit verträglicher.

Nachdem ich also gestern den ersten Versuch abgebrochen hatte, habe ich heute mein Glück erneut versucht. Diesmal habe ich mich viiel besser vorbereitet: „bienendichte“ Schutzkleidung (Kleidung, die an den Übergangsstellen eng anliegt, so dass keine Biene durchschlüpfen kann), Handschuhe, Smoker.. Außerdem bin ich heute etwas früher zu den Bienen gegangen – gegen 17 Uhr bei ca. 23 Grad und Sonnenschein. Jedenfalls hatte ich diesmal mehr Erfolg: Ich konnte 4 der 6 Waben herausziehen und anschauen. Die Futterwabe und zwei weitere Waben, zwischen denen der „Beespace“ von ca. 7-8 mm nicht eingehalten wurde, zeige ich auf dem folgenden Video:

Mein ursprüngliches Ziel, die Menge von eingelagertem Pollen, Honig/Nektar und Brut (Eier, Maden, verdeckelte Brut) zu schätzen, habe ich zwar nicht erreicht – dafür hatte ich dann doch nicht die Ruhe – aber ich konnte immerhin folgendes feststellen:

  • Pollen, Nektar und verdeckelter Honig (Futterkranz) ist in Massen vorhanden
  • zwischen den weiter auseinander stehenden Waben haben die Bienen eine handflächengroße Drohnen-Brutfläche angelegt (ich weiß leider nicht, ob ein Drohnenrahmen in der Beute hängt) – zu erkennen an den größeren, „bucklig“ verdeckelten Waben
  • die Königin ist nicht markiert (was mich freut) und war bei der Drohnenbrut unterwegs
  • alle 6 Waben sind stark besetzt, so dass ich bald eine neue Mittelwand zum Ausbauen geben werde (muss nur bei meinen die Abstandshalter an die richtige Stelle setzen, damit nicht wieder zu viel Abstand zwischen den Waben entsteht) – ich will ja nicht, dass mein schönes Volk sich direkt teilt und schwärmt, weil es nicht genug Platz im Kasten hat

Das ist doch schon mal eine ganze Menge – eigentlich bin ich ganz zufrieden!

Auf jeden Fall sind meine Bienen auch sehr wehrhaft. Ein paar Bienen sind nach ein paar Minuten stetig um mich herumgeschwirrt, um mich als potentiellen Angreifer abzuwehren. Ich habe auch tatsächlich einen Stich abbgekommen, meinen ersten: durch die Hose hindurch! Ich reagiere aber scheinbar nicht stark auf Bienengift, es hat nur kurz gejuckt. Zu Hause Salbe drauf, fertig.

Auch Minuten, nachdem ich wieder alles verschlossen hatte, kam eine Biene immer wieder zu mir, in Abwehrhaltung. So habe ich dann meinen Plan, mir auch den Honnigraum noch genauer anzuschauen, verworfen.

Im Honigraum habe ich schon einige Bienen gesichtet, ich konnte aber leider noch nicht feststellen, ob sie dort schon am ausbauen sind, um Nektar einzulagern. Das werde ich dann am Wochenende nachholen. Dann plane ich auch, eine Mittelwand und einen Drohnenrahmen zu geben. Den Drohnenrahmen möchte ich mit einer halben Mittelwand bestücken, so dass diese Wabe halb mit Arbeiterinnen und halb mit männlichen Drohnen bebrütet wird. Jaja, der Mensch hat sich schon einiges ausgedacht, um die Bienen zu „lenken“. Man kann aber auch viel falsch machen.. Ich habe auf jeden Fall Respekt, und überlege mir jede Aktion genau.

Mann, war das heute wieder aufregend!

Zum Schluss noch ein Foto in den „Wildbau“ hinein:

Blick zwischen die Wildbau-Waben

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