Erweiterung des Volkes

Heute habe ich mein Volk erweitert, da ich am Donnerstag festgestellt habe, dass die 6 Waben schon alle ausgebaut und (fast) voll besetzt sind. Es gefällt mir zwar nicht, am übernächsten Tag schon wieder einen Eingriff zu machen, aber ich folge meinem Gefühl, dass ich möglichst bald erweitern sollte. Ich setze einen halben Drohnenrahmen ein, da ich bei der Durchsicht keinen Drohnenrahmen gefunden hatte. So können die Bienen die Hälfte mit Zellen für Arbeiterinnenbrut ausbauen und die andere Hälfte nutzen, wie sie es brauchen – für Arbeiterinnen oder Drohnen (so meine Überlegung).

Also los, Smoker an (diesmal habe ich Unterstützung von Olaf erhalten, der hier den Smoker hält) und „ran an die Bouletten“.

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Der halbe Drohnenrahmen steht neben der Beute bereit.
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Im Honigraum tummeln sich schon immer mehr Bienen (mehr dazu weiter unten).
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Mit dem Rauch verziehen sich die Bienen in den Innenraum, geben mir Platz zum Arbeiten und werden ruhiger.

Eine Stelle am Absperrgitter wird von den Bienen immer wieder mit Wachs überbaut. Diesen Wachs nehme ich immer mit dem Stockmeißel ab (Universalwerkzeug für Imker) und sammle ihn in einem Tütchen – sauberer Wachs ist wunderbar und sehr wertvoll.

Die ersten Waben schiebe ich nur vorsichtig zur Seite – ich möchte möglichst wenig stören. Nur die letzten beiden Waben ziehen und dann den Drohnenrahmen einhängen.

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Waben vorsichtig zur Seite schieben.
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Zweite Wabe von rechts, linke Seite.
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Zweite Wabe von rechts, rechte Seite.

Man beachte die Bienenkette unten am Rahmen – ein sehr schönes Bild, wie ich finde

Auch sehr voll, obwohl sich die Wabe so weit am Rand befindet! Aber das Volk sitzt auch überwiegend in der rechten Hälfte der Beute. Das konnte man schon auf der Windel anhand der Verteilung des „Gemülls“ ganz gut sehen (siehe Beitrag Mein Bienenparadies und Blick ins Volk).

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Erste Wabe von rechts, linke Seite.
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Platz machen für den Drohnenrahmen.
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Drohnenrahmen eingesetzt, ganz rechts (auf dem Bild oben)

Warum ich den Drohnenrahmen rechts eingesetzt habe? Mein Gedanke dabei war, neue Mittelwände immer von rechts einzusetzen (erste, zweite oder dritte Position von rechts). Wenn ich im Herbst dann wieder Waben entnehme (weil das Volk kleiner wird und wegen der kälteren Temperaturen sonst noch mehr Energie zum Heizen aufbringen muss) kann ich die Waben ganz links aussortieren (vorausgesetzt es gibt keine noch dunkleren Waben, die wegen der Hygiene eher raus müssen). Da befinden sich ja die beiden „Problemwaben“, und obwohl ich sie total faszinierend finde möchte ich doch lieber einen übersichtlichen Wabenbau haben, u.a. um ordentlich gegen Varroa behandeln zu können. Diese Waben wäre ich somit los. Ob das ein gangbarer Weg ist, oder ob erfahrene Imker jetzt ihre Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weiß ich nicht. In den Monatsbetrachtungen der Imkerei Gerdes steht z.B. „Der Drohnenrahmen wird bei mir links an die Brutwaben, direkt vor das Schied gehängt.“ Hmm…

Ich hole mir jetzt noch Unterstützung von einem befreundeten Imker, um meine Waben-Konstellation zu „reviewen“ und einigermaßen sicher zu sein, dass diese ok ist. Denn ich habe vor, die Bienchen die nächsten zwei Wochen in Ruhe zu lassen – außer vielleicht mal in den Honigraum zu spinksen ;).

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Der Honigraum wird schon ausgebaut!

A propos Honigraum – obwohl der komplette Honigraum aus blanken Mittelwänden besteht und daher oftmals nicht so gut angenommen werden haben meine Mädels heute, am 6. Tag, bereits einen Teil ausgebaut. Das ist rechts oben auf der Wabe an den helleren Kontouren zu sehen – hier ziehen die Bienen die Zellwände hoch, um später dort Honig einzulagern. Ich bin begeistert!

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Eine Arbeiterin trinkt an der Wasserstelle

Endlich habe ich auch beobachten können, dass meine Wasserstelle von den Bienen zum Trinken benutzt wird. Sie brauchen zur Zeit viel Wasser, um die viele Brut zu füttern und die optimale Luftfeuchtigkeit im Kleinklima der Beute herzustellen. Die Tränke steht seitwärts von der Beute und besteht aus einem mit Kieselsteinen gefüllten Untertopf. So werden dem Wasser ein paar Mineralien hinzugefügt. Sauberes Wasser mögen die Bienen ja nicht, sie bevorzugen „verdrecktes“, mineralisches Wasser.

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Bienen beobachten nach vollbrachter Arbeit

Es bleibt spannend! Ich werde die Tage berichten, was die Review der Waben ergeben hat.

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